Sehenswertes

Vier-Burgen-Land

Der Fläming als Landstrich mit wechselvoller Geschichte und reicher Kultur bietet nicht nur eine reizvolle Landschaft, sondern es gibt auch viel zu entdecken.


Burg Eisenhardt in Belzig • Blick auf Belzig von der Burg Eisenhardt • Bergfried der Burg Eisenhardt

Mittelalterliche Burgen, alte Feldsteinkirchen, Stadtmauern, Wehrtürme und Tore sind historische Beweisstücke einer durch Kriege und soziale Konflikte geprägten Vergangenheit.
Besonders die vier Burgen – Eisenhardt, Rabenstein, Wiesenburg und Ziesar – sind wichtige Sehenswürdigkeiten der Region. Gerne wird der Fläming deshalb auch als „Vier-Burgen-Land“ bezeichnet. Davon haben die Burganlagen Belzig, Wiesenburg und Ziesar ihren Ursprung in slawischen Wehranlagen. Die Burg Rabenstein wurde als Grenzburg um 1250 neu errichtet. Nutzung und Besitz der Burgen wechselten im Laufe der Jahrhunderte und sie wurden baulich immer wieder an die Bedürfnisse der jeweiligen Zeit angepasst.
Während man in Belzig außer dem Bergfried die mittelalterlichen Reste als Ausgrabung besichtigen kann, ist die Burg Rabenstein noch überwiegend in ihrer mittelalterlichen Struktur erhalten. Sie ist vorwiegend aus Feldsteinen gebaut und von dem 28 m hohen Bergfried hat man einen weiten Blick in den Fläming. Das Neo-Renaissance-Schloss Wiesenburg geht auf eine mittelalterliche Burg zurück, was der erhaltene Bergfried noch heute belegt. Auch in der Burg Ziesar mit ihrem umgebauten mittelalterlichen Palais sind die Einflüsse der Neo-Renaissance unverkennbar.


Ruine Bärwalde

Weniger bekannt, jedoch ebenso von wechselvoller Geschichte geprägt, ist die Burgruine Bärwälde in der Gemeinde Niederer Fläming. Als slawische Schutzburg gegen die Wenden errichtet, sicherte sie die Entwicklung des Dorfes Bärwalde. Aus der Burg wurde ein Schloss und Bärwalde wechselte gelegentlich den Besitzer. Nachdem Bärwalde 1712 in den Besitz des Grafen Gottfried Emanuel von Einsiedel ging, wurde das bereits verfallene Schloss von der Familie von Arnim erworben. Sie richtete es wieder her und nutzte es als Sommerresidenz. Heute existiert nur noch die Ruine des gotischen Burgturms, weil das Schloss nach 1945 abgetragen und seine Steine in den Fundamenten der neuen Siedlungen verbaut wurden.

Mühlen

Typisch für die Landschaft des Flämings waren Windmühlen. Nahezu jedes Dorf hatte eine.

Bei Niemegk, Haseloff und Groß Marzehns kann man sog. „Holländermühlen“, einer der zwei im Fläming verbreiteten Mühlenarten, besichtigen. In Cammer und Borne hingegen kann man restaurierte „Bockwindmühlen“ bestaunen.


Mühle Gölsdorf

Besonders im wasserarmen Niederen Fläming bestimmten die Bockwindmühlen das Ortsbild und tun es zum Teil heute noch. In Gölsdorf sorgen die „Mühlengeister“ zum alljährlichen Mühlentag mit ihren Aufführungen für reges Treiben rund um die sanierte Bockwindmühle. Schon 1542 fand in Gölsdorf ein Windmüller Erwähnung. Durch den dreißigjährigen Krieg stark beschädigt, wurde die Bockwindmühle 1686 bis 1688 wieder aufgebaut und 1806 grunderneuert. Erst 1980 wurde der Mühlenbetrieb eingestellt. 1995 konnte sie nach umfangreichen Sanierungen als Schaumühle wieder in Betrieb genommen werden und dient so dem Traditionserhalt in Gölsdorf.
Auch in der Bockwindmühle Mellnsdorf kann man sich davon überzeugen, dass die alte Mühlentechnik noch heute funktionsfähig ist. Auch hier ist der jährliche Mühlentag Anlass, dies unter Beweis zu stellen. Um 1810 wurde sie erbaut und 1846 sogar noch um 300 Meter auf ihren endgültigen Standort verschoben. Bevor man ihr 1955 einen Dieselmotor einbaute, erfolgte ihr Antrieb mit nur noch zwei Windruten, 1960 wurde ihr regulärer Betrieb eingestellt.
Der ebenfalls um 1810 erbauten Bockwindmühle Niedergörsdorf wurde auch ein Motor eingebaut, jedoch schon 1945 zur Versorgung der Landbevölkerung und Besatzungstruppen. Neben wesentlichen baulichen Veränderungen wurden dabei jedoch alle Teile der Windkraftanlage entfernt.


Hochzeitsmühle Dennewitz

Eine Bockwindmühle besonderer Bestimmung ist 1998 nach dem Vorbild alter Mühlenbaukunst in Dennewitz entstanden. Auch Teile alter Mühlen, die nicht mehr erhalten werden konnten, wurden hier verbaut und bleiben so der Nachwelt erhalten. In der Dennewitzer Hochzeitsmühle können sich nicht nur „Mühlenliebhaber“ das „Ja-Wort“ geben.
Trotz der Wasserarmut wurden im Hohen Fläming die kleinen Bäche zum Betreiben von Wassermühlen genutzt. Erhaltene Zeugnisse sind die Werdermühle (Niemegk), die Springbachmühle (Belzig), die Birkenreismühle (Buckau) und die Wühlmühle (Neschholz).

Kulturelles

Zum Schloss Wiesenburg gehört ein wunderschöner Landschaftspark, der als bedeutendstes Gartendenkmal zwischen Park Sanssouci und dem Wörlitzer Park gilt. Im Sommer kann man hier Veranstaltungen und Theatervorführungen genießen.


Schloss Wiesenburg

DAS HAUS

Wer Wandern und Kunst verbinden möchte, für den ist der Kunstwanderweg mit seinen modernen Skulpturen sicher das Richtige. Aber auch Ausstellungen, Künstlerateliers und Konzerte an ungewöhnlichen Orten laden zum Verweilen ein.
In Altes Lager, einem Ort der Gemeinde Niedergörsdorf, gibt es ein kulturelles Zentrum der besonderen Art - DAS HAUS. Nicht nur Altes Lager, hervorgegangen aus einem Barackenlager, das am Rande des Jüterboger Schießplatzes 1870 als zeitweilige Soldatenunterkunft diente, sondern auch DAS HAUS hat militärische Vergangenheit. Von der Wehrmacht und später von der Sowjetarmee wurde es als Offizierskasino genutzt. Heute ist es mit seinem Programm vom professionellen Theater über Konzerte und Ausstellungen bis hin zu Familienfeiern sehens- und erlebenswert. Außerdem kann man im HAUS kulinarische Genüsse erleben, nette Leute kennen und Tanzen lernen oder auch den Bund fürs Leben schließen.
Spektakuläre archäologische Entdeckungen der Region, aber auch die Auseinandersetzung mit dem Thema Bürger und Uniform in der einstigen Militärstadt Jüterbog kann man im Museum im Kulturquartier Mönchenkloster in Jüterbog, dem Regionalmuseum des Niederen Fläming, nachvollziehen.


Mönchenkloster in Jüterbog

Kloster Zinna

Klosterkirche von Kloster Zinna

Auch das ehemalige Zisterzienserkloster in Zinna, dessen wertvolle Wandmalereien aus dem 15. Jhd. zu den bedeutendsten Werken gotischer Kunst gehören, und das Schloss in Wiepersdorf sind einen Besuch wert. Bettina und Achim von Arnim, das Dichterpaar der Romantik, lebten dort. Ihr heutiges Gesicht erhielten Schloss und Schlosspark durch den Maler Achim von Arnim, einem Enkel des Dichterpaares.
Schöne historische Stadtkerne lassen sich in Niemegk, Belzig und Ziesar bewundern.

Der Fläming bewegt

Ob Radfahren, Wandern oder Reiten, im Fläming lässt sich bewegt die Freizeit verbringen und die schöne Landschaft genießen. Der längste Fernradweg Deutschlands, die Tour Brandenburg, der Europaradweg R 1 und viele attraktive Tagesrouten sowie kleinere Touren laden zur Erkundung ein.


Landschaft bei Lüdersdorf

Blick auf Reppinchen

Landschaft bei Raben

Europas erste und größte Skate-Region – die Flaeming-Skate – lädt ein zum Spaß auf Rollen inmitten der Natur. Die reizvollen Landschaften des Niederen Fläming und des Baruther Urstromtals können auf über 200 Kilometern mit drei Meter breiten Bahnen und ergänzenden, zwei Meter breiten Radwegen erforscht werden. Ohne störenden Straßenverkehr geht es auf feinem Asphalt vorbei an historischen Mühlen, alten Feldsteinkirchen und durch Dörfer, Felder, Wiesen und Wälder. Die Flaeming-Skate hat viele Anhänger in Deutschland und Europa, denn sie bietet beste Voraussetzungen für Tagesausflüge, Wochenendurlaube oder längere Ferien mit Inline-Skates oder auf dem Rad.


Flaeming-Skate

 

 

Attraktive Touren, ob kurz oder lang, gibt es auch für Spaziergänger und Wanderer. Neben dem schon erwähnten Kunstwanderweg bieten auch der Burgenwanderweg und der Europäische Fernwanderweg E 11 erlebnisreiche Wanderungen durch die Landschaft des Flämings.
Hoch zu Ross bieten sich neue Perspektiven. Eine Vielzahl an Reiterhöfen mit Übernachtungsmöglichkeiten sowie ein über 250 km langes Reitroutennetz bieten unzählige Möglichkeiten, den zauberhaften Fläming auf dem Rücken der Pferde zu erleben.