Die Historie

Wie der Fläming zu seinem Namen kam

Mit seiner wechselvollen Geschichte und reichen Kultur gehört der Fläming zu den wenigen deutschen Landstrichen, die gleichermaßen von allen historischen Ereignissen betroffen waren, die über das Gebiet des heutigen Deutschland hinweggegangen sind.

Noch immer gibt es viele Zeugnisse einer von Völkerwanderungen, Kriegen, sozialen Konflikten sowie wechselnden Zugehörigkeiten und Vorherrschaften geprägten Geschichte.

In der Bronzezeit (1700 – 700 v. Chr.) erfolgte die erste flächendeckende Besiedlung der Region. Die Semnonen, ein germanischer Stamm, waren die einstigen Bewohner des Flämings.

Ende des 4. Jahrhunderts begannen fast alle Völker in Europa zu wandern, verursacht durch die Vorstöße der Hunnen im Osten. Auch ein großer Teil der Bevölkerung des Flämings wanderte nach Westen und Süden.

Die nahezu verlassenen Gebiete wurden im Laufe des 7. Jahrhunderts durch slawische Stämme aus dem Osten und Südosten besiedelt. Die Region des Flämings gehörte nunmehr zum Stammesgebiet der Sorben.

929 gelang dem deutschen König Heinrich I. der vernichtende Schlag gegen die slawischen Heere bei Lenzen an der Elbe. Die Angliederung der slawischen Gebiete an das Deutsche Reich und die Christianisierung der Slawen waren die Folge.

Der Slawenaufstand von 983 setzte der deutschen Herrschaft in vielen Teilen des Landes jedoch zunächst ein Ende. Mit ihm begann eine Zeit kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen Slawen und Deutschen, die 150 Jahre dauern sollte.

Ab 1140 gelangte die Flämingregion um Belzig wieder in deutsche Hand. Das Gebiet wurde durch ein edelfreies Adelsgeschlecht besetzt, welches die Burg Belzig zu ihrem Machtzentrum ausbaute. Der Fläming gehörte zur Nordmark und damit zum Herrschaftsgebiet des Askanierfürsten Albrecht der Bär. Zielstrebig dehnte er seine Besitzungen aus und eroberte 1150 die slawische Brandenburg.

Wegen der dünnen Besiedlung der Region trieb Albrecht der Bär, Markgraf von Brandenburg, die weitere Erschließung und Besiedlung voran. Gemeinsam mit dem Magdeburger Erzbischof, dem Brandenburger Bischof und den Herren von Belzig sorgte er für die Anwerbung von Handwerkern und Bauern aus dem Westen.

Bauern aus Flandern, heute Belgien, folgten um 1100 besonders zahlreich diesem Ruf, weil sie an der flandrischen Küste durch Sturmfluten ihr Land und ihren Besitz verloren hatten. Sie machten die Wildnis urbar und erschlossen mit ihren Siedlungen weite Landstriche. Aus „Flamen“ wurden „Fläminger“. Wie der Name „Fläming“ sind auch viele Gründungen von Dörfern und Städten auf diese Zeit zurückzuführen.

Die neuen Bewohner brachten wirtschaftlichen Aufschwung für die Region und das Zusammenleben mit den slawischen Einwohnern ließ ihre Kulturen verschmelzen. Auch Bau- und Handwerkstraditionen aus Flandern, Holland und Nordwestdeutschland verbreiteten sich im Fläming. Feldsteinkirchen und –burgen zeugen z. T. noch heute davon.